Alexander Kluge
Geboren am 14. Februar 1932
Gestorben am 25. März 2026
Vorstand und Mitglieder des Vereins zur Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises e.V.
![]()
Evelyn Bresser
Geboren am 28. Juni 1946
Gestorben am 19. März 2026
Vorstand und Mitglieder des Vereins zur Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises e.V.
Unter anderem als Gastgeberin vieler Mitgliederversammlungen war die Ehefrau unseres Jurymitglieds Klaus Bresser dem Verein sehr eng verbunden
![]()
Hanns–Joachim-Friedrichs-Preis 2025 an Sophie von der Tann und Katharina Willinger
Fotos: von der Tann (c) BR/Konvalin | Willinger (c) BR/Moths
In diesem Jahr feiert der Verein zur Verleihung des Hanns-Joachim Friedrichs-Preises für herausragende Leistungen im Fernsehjournalismus sein 30-jähriges Jubiläum.
Der Vorstand der Jury, unter dem Vorsitz von Sandra Maischberger, gibt die Gewinner des Jubiläumsjahres bekannt. Die Verleihung findet am 4.12.2025 beim Westdeutschen Rundfunk in Köln statt.
Der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2025 geht zu gleichen Teilen an Sophie von der Tann, Korrespondentin im ARD-Studio Tel Aviv und an Katharina Willinger, Leiterin der ARD-Studios in Istanbul und Teheran.
![]()
Hanns-Joachim Friedrichs Sonderpreis 2025 an Reporter ohne Grenzen
Die Welt verzeichnet zunehmend gezielte tödliche Angriffe gegen Journalisten während des Gaza-Krieges und in anderen militärischen Konflikten sowie einen immer stärkeren Druck auf die freie Berichterstattung. Und das nicht mehr nur in autoritären Staaten wie Russland oder China, sondern ebenfalls in vermeintlich demokratisch verfassten Gesellschaften. Dort gibt es zunehmend aggressive Zensurbestrebungen nebst einer immer offeneren Forderung nach Selbstzensur von Journalisten und Medien - sogar in einigen europäischen Ländern und neuerdings auch und besonders in den Vereinigten Staaten. Die konzertierten Angriffe auf die Presse- und Medienfreiheit verlangen die Stärkung von Organisationen, die sich der Verteidigung und Bewahrung dieser Freiheit verschrieben haben und tagtäglich für den Schutz von Journalist:innen und ihrer Arbeit einsetzen, oft unter großer persönlicher Gefahr. Dieses im wahren Sinn des Wortes lebenswichtige Engagement will die Jury im 30. Jahr des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises würdigen und vergibt ihn an die weltweit operierende Organisation „Reporter ohne Grenzen“.
![]()
Hanns-Joachim Friedrichs Förderpreis 2025 an Borhan Akid
Der Förderpreis soll nach dem Willen der Jury nach Kolleginnen und Kollegen fördern, die in bereits vorliegenden Arbeiten ihre herausragende Qualitäten unter Beweis gestellt haben. Neben finanzieller Anerkennung soll er vor allem Aufmerksamkeit für junge Talente schaffen.
Borhan Akid (WDR) arbeitet als Journalist und Reporter für WDRforyou, das bekannte WDR-Online-Format mit Informationen und Orientierung für Geflüchtete und Zugewanderte in Deutschland. Er fiel in diesem Jahr besonders durch zwei herausragende Leistungen auf:
Er gestaltete und moderierte das Format „Danke, aber... 10 Jahre nach Merkels Versprechen“, ein einstündiges Gespräch zwischen ehemaligen Geflüchteten und Angela Merkel. Akid moderiert. Er weiß, worum es geht, ist selbst vor zehn Jahren aus Syrien nach Deutschland geflohen. Da konnte man über eine Stunde lang eine authentische Begegnung erleben zwischen Politik und den Menschen, deren Leben sie unmittelbar verändert hat. Eine Stunde, in der das Thema „Migration“ mal nicht als Problem behandelt wird.
Im selben Jahr dokumentierte Borhan Akid seine eigene Rückkehr nach Syrien, nach dem Sturz des Assad-Regimes, in dem er Filmemacher, Betroffener und Presenter gleichzeitig ist. Es gelingt ihm, dieses Dreieck uneitel und überzeugend zu zeichnen. Er versucht nicht, wenige Monate nach dem Sturz von Assad die Frage zu beantworten: Ist das jetzt gut oder wird es noch schlimmer? Akid lässt die Menschen erstmal aufatmen, reflektiert über das Exil, über seine eigenen Empfindungen zurück in der Nachbarschaft seiner Jugend. Über die zerrissene Generation der älteren Geflüchteten, die noch viel mehr in Syrien verhaftet sind und vor der Frage stehen: Gehen oder bleiben?
![]()
Die Sendung der Preisverleihung 2025 können Sie hier anschauen:
![]()
HANNS-JOACHIM-FRIEDRICHS-PREIS
zu Drohungen aus den USA gegen Elmar Thevessen (ZDF)
Wir, der Vorstand des Vereins, der seit 30 Jahren den „Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis“ für Exzellenz im TV-Journalismus vergibt, mussten zur Kenntnis nehmen, dass Amb. Richard Grenell öffentlich fordert, dem ZDF-Korrespondenten Elmar Thevessen das Journalistenvisum zu entziehen. Er sei, so Grenell auf X, ein Feind der USA.
Grenell war während der ersten Trump-Administration Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland. Er ist derzeit wieder im Weißen Haus tätig.
Seine Vorwürfe entbehren jeder Grundlage. Vita und journalistische Leistung von Elmar Thevessen beweisen das Gegenteil. Er ist ein ausgewiesener Kenner, professioneller Beobachter und kritischer Freund der USA. Soweit seine Berichte Sachverhalte einordnen oder kommentieren, geschieht dies auf der Basis von Fakten, sorgfältig begründet.
Grenells Attacke wäre keiner Stellungnahme unseres Vereins wert, wäre sie nicht Teil einer Salve von Angriffen auf die Pressefreiheit, einem Kernelement der Trump-Kampagne zur Demontage der Demokratie. Ihr gilt es, sich entgegenzustellen.
2023 ging der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis zu gleichen Teilen an Elmar Thevessen und an Ina Ruck, langjährige Korrespondentin der ARD in Moskau. Es ging der Jury darum, zu würdigen, wie sich herausragende Berichterstattung unter extrem unter-schiedlichen Bedingungen bewährt. Damals hielten wir es für undenkbar, dass sich die Haltung einer amerikanischen Administration dem putinschen Verständnis von Pressefreiheit annähern würde.
Angesichts der jüngsten Äußerungen aus Regierungskreisen müssen wir fordern, was selbstverständlich sein sollte: ein uneingeschränktes Bekenntnis der US-Regierung zur Berichterstattungsfreiheit als Kern der „Freedom of the Press“ des 1. Zusatz-artikels der amerikanischen Verfassung. Dazu gehört zwingend das Recht auf Aufenthalt in den USA für Vertreter internationaler Medien. Es darf nicht nach Kriterien von Unbotmäßigkeit oder Folgsamkeit entzogen werden. Schon vorlaute öffentliche Überlegungen aus Regierungskreisen in dieser Richtung verletzen die Pressefreiheit und sind zu unterbinden. Es gilt, den Anfängen zu wehren. Sie sind schon weit gediehen.
Berlin, 16. September 2025
Sandra Maischberger Claus Kleber Volker Skierka Mathias Werth
![]()
Hanns–Joachim-Friedrichs-Preis 2024 an Eva Schulz und Jan Lorenzen
Fotos: Schulz (c) Böhm | Lorenzen (c) Stein
Für ihre Beiträge zum kritischen Fernsehjournalismus werden Eva Schulz und Jan Lorenzen zu gleichen Teilen mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2024 ausgezeichnet. In diesem Jahr verleiht die Jury außerdem einen Sonderpreis. Er geht an Fabian Köster und Lutz van der Horst für ihr „heute-show spezial: Zwei Besserwessis im Osten“ vom 30. August 2024. Mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderpreis 2024 wird der freie Journalist Paul Schwenn geehrt.
![]()
Hanns-Joachim Friedrichs Sonderpreis 2024 an Fabian Köster und Lutz van der Horst
Lutz van der Horst
Den Sonderpreis erhalten Fabian Köster und Lutz van der Horst für ihr „heute-show spezial: Zwei Besserwessis im Osten“. Den beiden Reportern gelingt es, mit ihrer Sendung aus der Endphase des Wahlkampfs in Sachsen und Thüringen die Absurditäten und Erkenntnisse aus modernen Wahlkämpfen abzubilden, gut recherchiert und stark präsentiert. Mit einer Schärfe, die der tagesaktuellen politischen Berichterstattung oft fehlt, bringen Köster und van der Horst das politische Spitzenpersonal zu Antworten, die charakteristische Hinweise darauf geben, wo die Politiker Forderungen und Parolen des Wahlkampfes nicht zu Ende gedacht haben. Die beiden Autoren zeigen so exemplarisch, wie Humor und Satire benutzt werden können, um Politik und politische Rituale zu hinterfragen. Die dokumentarischen Filme der beiden werden als „spezial“-Ausgaben der „heute-show“ gebrandet, die Jury sieht darin aber auch eigenständige Werke mit hohem journalistischem Anspruch und großem Unterhaltungswert. So gelingt es auf bemerkenswert direkte Art, der Floskelwelt ein Schnippchen zu schlagen.
![]()
Hanns-Joachim Friedrichs Förderpreis 2024 an Paul Schwenn
Die Jury vergibt einen neuen Förderpreis, in diesem ersten Jahr an den freien Journalisten Paul Schwenn. Bekannt ist er aus seiner Zeit beim ZDF Magazin Royale, wo er bis Ende 2023 tätig war. Inzwischen ist er unter anderem für das Funk-Format „STRG_F“ tätig. Er gilt als gewissenhafter Journalist, der penibel und akribisch arbeitet, immer noch etwas findet, immer noch eine Quelle auftreibt, keine Angst davor hat, den Schreibtisch zu verlassen, dabei sind sein Wissen und Interesse breit, seine Recherchen vielfältig: Von dubiosen Spielerberatern im Fußball, der Security-Branche oder Kollegahs Coaching-Sekte bis hin zu inhaftierten Erdbebenhelfern in der Türkei und IS-Mitgliedern in Nordsyrien. Empathisch spricht er jede und jeden an, kann überzeugen, kann Vertrauen aufbauen und geht mit diesem Vertrauen sorgsam um. Inzwischen arbeitet Paul Schwenn frei und hat begonnen, eigene Texte und Dokumentationen zu gestalten und steht neben seiner Recherche- und Textarbeit nun auch selbst vor der Kamera. Schwenn möchte dem nachgehen, was ihm ungerecht, unanständig oder unglaubhaft vorkommt. Missstände sichtbar machen, ohne Entlastendes oder Widersprüchliches auszublenden. Mutig sein, Fehler zugeben, Spaß haben. Hat man die Gelegenheit, ihn bei seiner Arbeit zu beobachten, erkennt man: Das tut er. Der Förderpreis soll nach dem Willen der Jury nicht Projekte fördern, sondern bereits vorliegende Arbeiten junger Kolleginnen und Kollegen, die ihre herausragenden Qualitäten schon unter Beweis gestellt haben, und vor allem Aufmerksamkeit für junge Talente schaffen
![]()