Zum Tode unseres Kollegen, HJF-Preisträgers und Vereinsmitglieds Gerd Ruge:

„Wir haben ein bisschen gelacht, wir haben ein bisschen geweint…“

Eine Erinnerung an den großen Reporter und Kollegen Gerd Ruge.

Von Thomas Roth

Wenn geschossen wird und schwere Gefechtspanzer durch die Stadt fahren sollte man Angst haben. Ich hatte Angst. Besonders damals in der zweiten Nacht des Putsches in Moskau im August 1991. Gerd Ruge hatte keine. Er behielt ganz einfach die Ruhe. Wie immer. Wir standen in jener dramatischen Nacht mit einem Kameramann, der eigentlich ein Tonmann war, am Moskauer Gartenring, einem großen Boulevard im Zentrum der Stadt. In dieser Nacht starben drei junge Leute durch Querschläger oder von Panzern überrollt und in Wahrheit begann schon in dieser Nacht das Ende der einst so mächtigen Sowjetunion.

Gerd Ruge berichtete viele Stunden live mit großer Kenntnis und mit ebenso großer Besonnenheit von den Moskauer Geschehnissen. Vom Aufstieg wie vom Niedergang Michail Gorbatschows, den er sehr gut kannte und schätzte, und den gewaltigen Veränderungen im östlichen Europa. Wie zuvor auch schon aus den USA und aus China. Ruge war stets geprägt von sehr großer Kenntnis der Länder, aus denen er berichtete – er ist vielleicht der belesenste Journalist, den ich je kennengelernt habe - , aber er stand nie über den Dingen. Schon gar nicht über den Menschen. Er konnte die Menschen mit ein paar knappen Worten ´aufschließen´ - ob in der Eiseskälte im tiefsten Sibirien oder irgendwo im Süden Afrikas. Die Menschen dort, aber auch die deutschen Zuschauer haben ihm zutiefst vertraut. Zurecht. Und das ist das höchste Gut, das ein Journalist in einem Journalistenleben erreichen kann. Die heute soviel diskutierte „Haltung“ zu haben war für ihn keine theoretische Kategorie, sondern eine Selbstverständlichkeit. Es ist kein Zufall, dass er zu den Mitbegründern von „Amnesty International“ gehörte und das nicht als Widerspruch, sondern als selbstverständliche Ergänzung zu seiner journalistischen Arbeit sah. Obwohl kritischer Journalist war er eben zugleich von einer tiefen Humanität geprägt, die man bei ihm auch im Alltag spürte, wenn man das Glück hatte ihn über eine längere Zeit dabei erleben zu dürfen.

An dem Tag als in Moskau klar wurde, daß der Putsch endgültig zusammengebrochen und der Weg zurück in den Betonkommunismus verschlossen war, wurde Ruge live im ARD Fernsehen gefragt, was er denn dann getan habe. Und, ganz Ruge, antwortete er fast schon beiläufig, dass er sich mit russischen Freunden getroffen habe. Zusammen „haben wir ein bisschen gelacht und ein bisschen geweint!“

Vielleicht erinnert man ihn mit dieser Haltung am besten. Ein wenig lachend und ein wenig weinend.

WDR Pressemitteilung:

Gerd Ruge gestorben – Buhrow: „Große Reporterpersönlichkeit der ersten Stunde“

Am Abend des 15. Oktober 2021 ist der langjährige WDR-Journalist und renommierte ARD-Korrespondent Gerd Ruge im Alter von 93 Jahren in München gestorben.

WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow: „Gerd Ruge gehört zu den großen Reporterpersönlichkeiten der ersten Stunde. Profunde Analysen, präzise Interviews und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge leicht verständlich zu erklären, das zeichnete ihn aus. Er war ein wertvoller Zeitzeuge wichtiger politischer Ereignisse im In- und Ausland. Unvergessen bleiben seine zahlreichen Auslandsreportagen und Reiseberichte. Das Publikum hat ihn dafür geliebt. Für viele nachfolgende Journalist:innengenerationen war er Vorbild und Orientierung. Ich werde seine sympathische und bescheidene Art vermissen.“

Gerd Ruge, am 9. August 1928 in Hamburg geboren, begann seine berufliche Laufbahn 1949 als Redakteur beim damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk in Köln. 1956 ging er als erster ständiger Korrespondent aus der Bundesrepublik für die ARD nach Moskau. 1964 wurde er Amerika- und Washingtonkorrespondent der ARD. Anfang der 1970er Jahre übernahm der ARD-Chefkorrespondent die Leitung des Bonner WDR-Studios. Von 1977 bis 1981 arbeitete Ruge als ARD-Hörfunkkorrespondent in Moskau. Er leitete das Politmagazin „Monitor“, gründete und leitete den „Weltspiegel“ und war zwei Jahre Chefredakteur beim WDR Fernsehen. Nach sechs Jahren Leitung des Moskauer ARD-Studios ging Gerd Ruge am 1. September 1993 in den Ruhestand. Er arbeitete weiter als freier Journalist und begeisterte mit seinen Reisereportagen unter dem Titel „Gerd Ruge unterwegs“ die Zuschauer:innen.

Gerd Ruge war Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse und erhielt viele wichtige Auszeichnungen, darunter drei Grimme-Preise und den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis. Seit 2002 schreibt die Film- und Medienstiftung NRW einmal im Jahr das mit 100.000 Euro dotierte Gerd Ruge Stipendium aus.

Anlässlich des Todes von Gerd Ruge ändert der WDR heute das Programm: Um 21.45 Uhr sendet das WDR Fernsehen die lange Gerd Ruge Nacht „In 80 Jahren um die Welt“ und im Anschluss eine seiner letzten Reportagen „Gerd Ruge unterwegs – Sommer am Colorado“.

Hanns–Joachim-Friedrichs-Preis 2021 an Katrin Eigendorf und Carl Gierstorfer

Porträts: Katrin Eigendorf und Carl Gierstorfer
Katrin Eigendorf | Carl Gierstorfer.

Mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2021 werden mit zwei Hauptpreisen die ZDF-Journalistin Katrin Eigendorf und der Dokumentarfilmregisseur Carl Gierstorfer für herausragende Reporter*in/Dokumentarfilmer*in-Leistungen in Brennpunkten aktuellen Geschehens ausgezeichnet. Beide Hauptpreise sind mit insgesamt 5.000,- € dotiert.
Einen Sonderpreis erhält das ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann.

Die ZDF-Reporterin und Filmemacherin Katrin Eigendorf ist eine tragende Säule öffentlich-rechtlicher Krisenberichterstattung. In diesen Monaten beweist sie an der Front des Desasters in Afghanistan erneut ihren Mut, ihr Können und ihre authentische Empathie für die Opfer eines historischen Versagens. Ihre nur wenige Wochen alte Reportage „Rückkehr der Taliban“ (ZDF, 21.7.2021, 30min, mit Nesar Ahmed Fayzi) bewies wieder ihr feines Gespür dafür, was dem Land am Hindukusch, seinen Menschen und der westlichen Allianz damals bevorstand und mittlerweile seinen elenden Lauf nimmt. Eigendorfs kenntnisreiche, ruhige Analysen live am Ort des Geschehens oder im Studio liefern zuverlässige Einordnungen des dramatischen Geschehens.
Der Preis geht an eine engagierte, mutige Journalistin mit dem Talent, in Geschichten und Begegnungen großes Geschehen erfahrbar zu machen. Ohne ihn (bisher) ausdrücklich zu zitieren folgt sie Hajo Friedrichs: „Cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, dass die Zuschauer dir vertrauen.“

In der Hoch-Zeit der Corona Pandemie, zwischen Weihnachten 2020 und März 2021, drehte Carl Gierstorfer auf der Corona Intensivstation 43 der Berliner Charité. Es entstanden im Auftrag des rbb parallel eine Dokumentation (Die Story im Ersten, 45min) und eine vierteilige Miniserie für die ARD Mediathek, die über 2 Millionen Mal gesehen und in mehrere Sprachen übersetzt wurde.
Beide Formate ragen heraus aus der fast flächendeckenden Corona-Berichterstattung. Der konsequent zurückhaltende, beobachtende, „dranbleibende“ Stil des Dokumentarfilmers entfaltet seine volle, überzeugende Wirkung. Gierstorfer war dafür drei Monate lang rund um die Uhr verfügbar, ging an seine physischen und psychischen Grenzen. So entsteht auch für Zuschauer ein bis an die Grenzen des Auszuhaltenden authentisches Bild der Pandemie und ihrer Folgen.

Weiterlesen

Hanns-Joachim Friedrichs Sonderpreis 2021 an das Team vom ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann

Porträts: Logo ZDF Magazin Royale | Jan Böhmermann
ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann
[Foto Böhmermann: Arian Henning, Max Baier]

Das Team vom ZDF Magazin Royale liefert jede Woche eine fundiert recherchierte Sendung, die ein überraschendes Schwerpunktthema von vielen Seiten spiegelt und durch seine vielseitige Präsentation ein wichtiges Anliegen besonders jüngeren Zuschauerinnen und Zuschauern näherbringt.

Mal geht es um Rassismus bei der Polizei, mal um die Käuflichkeit von Influencerinnen, mal um die Manipulation von Wikipedia, mal um die Profiteure des Hartz-IV-Systems. Die Redaktion schafft es, genaue Recherche mit ungewöhnlichen, oft satirischen Darstellungsformen zu verbinden und hat so ein in der deutschen Medienszene einzigartiges Format geschaffen.

Die von der Redaktion gesetzten Themen finden dank des crossmedialen Konzepts und der Einbeziehung sozialer und klassischer Medien über die Sendungen hinaus Verbreitung in der Gesellschaft und wirken wie kleine Lagerfeuer, um die sich eine enthusiastische Gemeinde schart.

Mit Jan Böhmermann hat die Sendung einen Moderator, der durch seine vielfältigen Talente ganz unterschiedliche Zuschauergruppen anspricht, der sich durch Intelligenz, Schlagfertigkeit, Unverschämtheit und Musikalität abhebt von den im Fernsehen üblichen Moderationen, und der die Sendung so zu einem Quotenerfolg macht.

Weiterlesen

Neuer Vereinsvorstand

Auf der Mitgliederversammlung wurde turnusmäßig auch ein neuer Vorstand gewählt:
Sandra Maischberger löste Claus Richter als Vorsitzende ab, Mathias Werth wurde stellvertretender Vorsitzender anstelle von Christina Pohl. Claus Kleber übernahm die Nachfolge von Nikolaus Brender als Schriftführer. Volker Skierka wurde im Amt des Schatzmeisters bestätigt. Richter, Pohl, Brender sowie Eva Müller hatten sich nicht mehr zur Wahl gestellt. Der Vorstand umfasst damit nur noch vier Personen.

Hanns–Joachim-Friedrichs-Preis 2020 an Emily Maitlis und Ulf-Jensen Röller mit Team

Porträts: Emily Maitlis und Ulf-Jensen Röller
Emily Maitlis | Ulf-Jensen Röller.
[Foto Röller: ZDF/Rico Rossival]

Mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2020 werden die BBC-Journalistin Emily Maitlis und der ZDF-Korrespondent Ulf–Jensen Röller ausgezeichnet. Einen Sonderpreis erhalten die NDR-Reporter Nadia Kailouli und Jonas Schreijäg.

Im 25. Stiftungsjahr des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises zeichnet die Jury mit Emily Maitlis eine BBC-Journalistin aus, die durch ihre Profession und durch ihre persönliche Haltung in herausragender und beeindruckender Weise die Werte einer Institution verkörpert, die den deutschen Rundfunkfunk der Nachkriegszeit und seine Journalisten tief geprägt haben: Unabhängigkeit, kritische Distanz zu Staat und Parteien, Überparteilichkeit. Diese hohenStandards der British Broadcasting Corporation (BBC) wurden auch Hanns Joachim Friedrichs, der bei der BBC sein journalistisches Handwerk erlernt hat, Richtschnur für seine journalistischen Überzeugungen.

Mit Ulf-Jensen Röller zeichnet die Jury einen Korrespondenten und dessen Team für deren höchst präzisen, umsichtigen und unter schwierigsten Umständen erarbeiteten Filme und Analysen aus China und Hongkong aus.
Ulf-Jensen Röller berichtete als eine der ersten ausländischenFernsehjournalisten aus der wegen Covit 19 kaum zugänglichen Stadt Wuhan. Die Bilder seines Teams und seine Beobachtungen gaben abseits der offiziellen Informationspolitik der chinesischen Regierung erste realitsnahe Einschätzungen über die Auswirkungen der Pandemie auf das Leben der Bevölkerung.

Weiterlesen

Sonderpreis an die NDR Journalisten Nadia Kailouli und Jonas Schreijäg

Porträts: Nadia Kailouli | Jonas Schreijäg
Nadia Kailouli | Jonas Schreijäg

Die Jury vergibt den Sonderpreis an die beiden NDR-Reporter Nadia Kaiouli und Jonas Schreijäg für ihre außergewöhnlichen und eindrücklichen Dokumentarfilmaufnahmen von der SeaWatch3.

Nadia Kaijouli und Jonas Schreijäg haben sich auf eine journalistisch gefährliche Reise eingelassen: Embedding auf Seawatch3. Die Gefahr drohte ihnen weniger von außen. Die inneren Umstände ihrer Dreharbeiten hätte ihnen zur eigentlichen Gefahr für ihre journalistische Arbeit werden können. 3 Wochen lang inmitten von Flüchtlingen, engagierter Crew, gefühlsdichten Eindrücken und der Eigendynamik unmittelbarer Ereignisse. 

Weiterlesen

Die Dokumentation der Preisverleihung 2020 können Sie hier anschauen:

16.September 2019

Offener Brief an die ARD-Programmdirektor*innen

Der Verein zur Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises begrüßt die Entscheidung der ARD-Intendant*innen, dass eine Vorverlegung des Weltspiegels auf 18:30 Uhr am Sonntag nicht in Frage kommt. Eine verbindliche Entscheidung über den zukünftigen Sendeplatz ist aber noch nicht gefallen. Die Programmdirektor*innen sind wieder am Zug.

Weiterlesen...

 

Hanns–Joachim-Friedrichs-Preis 2019 an Mai Thi Nguyen-Kim und Harald Lesch

Porträts: Mai Thi Nguyen-Kim, Harald Lesch
Dr. Mai Thi Nguyen-Kim | Prof. Harald Lesch
Foto Mai Thi Nguyen-Kim: WDR/Linda Meiers
Foto Harald Lesch: ZDF/Johanna Brinckman

Mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2019 werden die Wissenschaftsjournalistin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim und der Wissenschaftsjournalist Prof. Harald Lesch ausgezeichnet.

Die Jury des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises zeichnet zwei Wissenschaftsjournalisten aus, die in ihren Fernsehsendungen, im Internet und auf Diskussionspodien mit großem Erfolg wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich machen, sie in gesellschaftliche und politische Debatten einordnen und damit Desinformationen vorbeugen. Dies ist umso notwendiger in Zeiten, in denen Propagandisten von alternativen Fakten und gefühlten Wahrheiten Wissenschaft und Journalismus in die Ecke zu drängen suchen.

Mit ihrer lebendigen Sprache, mit ihrer unbändigen Lust und Neugier, auch komplexe Themen für ihre Zuschauer und Nutzer zu entschlüsseln, öffnen sie für viele Bürger den Zugang zur Wissenschaft. Mai Thi Nguyen-Kim und Harald Lesch sind keine Hüter des Privilegs Wissen. Im Gegenteil: Mit ihren Sendungen und Blogs laden sie Zuschauer und Nutzer ein, am Wissen teilzuhaben und vor allem die Wege zu wissenschaftlichen Ergebnissen zu begleiten.

Weiterlesen

Die Sendung der Preisverleihung vom 14. November 2019 können Sie hier anschauen:

Die Sendung der Podiumsdiskussion vom 14. November 2019 können Sie hier anschauen:

Das Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderstipendium

Der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis will herausragende Recherchevorhaben von Nachwuchsjournalisten im Bewegtbildbereich fördern. Er macht es sich damit ganz bewusst zur Aufgabe, junge Talente zu unterstützen. Zu diesem Zweck wird der Verein jährlich ein Förderstipendium in Höhe von 5.000 € vergeben.

Weiterlesen …

Unterstützung für Correctiv-Chefredakteur Oliver Schröm

Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen Oliver Schröm, Chefredakteur des gemeinnützigen Rechercheportals „Correctiv“. Schröm wird vorgeworfen, mit der Veröffentlichung der CumEx-Enthüllungen, durch die ein Milliardensteuerbetrug in mehreren europäischen Ländern aufgedeckt wurde, zum Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen angestiftet zu haben.

Correctiv bezeichnet die Vorwürfe gegen Schröm als „Angriff auf unsere Pressefreiheit“.

In einer Presseerklärung und einem offenen Brief fordern die Mitarbeiter und Journalisten, das Verfahren einzustellen. Sie laden Unterstützer dazu ein, den Brief ebenfalls zu unterzeichnen.

Der Verein zur Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises für Fernsehjournalismus e.V. unterstützt den Protest gegen die Ermittlungen um Oliver Schröm und stellt sich an die Seite aller Unterzeichnenden, denn: „Journalismus ist kein Verbrechen“. 

Lesen Sie hier den Brief im Volltext

Am Ende des Briefes finden Sie einen Link, unter dem Sie unterzeichnen können.

Hanns–Joachim-Friedrichs-Preis 2018 an Anja Reschke

Porträts: Anja Reschke, Moderatorenteam Kulturzeit
Anja Reschke | Moderatorenteam "Kulturzeit"
Foto Anja Reschke: NDR/Thorsten Jander

Sonderpreis 2018 für das werktägliche 3Sat Fernsehmagazin "Kulturzeit"

Die Jury des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises hat die NDR- Journalistin Anja Reschke mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2018 ausgezeichnet. Als Moderatorin der Fernsehsendungen Panorama und Zapp zeigt sie Haltung ohne Arroganz, Toleranz ohne Beliebigkeit und Stehvermögen ohne Sturheit.

Weiterlesen

Die Sendung der Preisverleihung vom 28. November 2018 können Sie hier anschauen:

Mit freundlicher Genehmigung von NDR und 3sat.

Die Sendung der Podiumsdiskussion vom 28. November 2018 können Sie hier anschauen:

Mit freundlicher Genehmigung von NDR und 3sat.

Marietta Slomka hält die Keynote auf den Österreichischen Journalismustagen 2018

Portrait: Marietta Slomka
Marietta Slomka
Foto : Ingo Espenschied

Im Jahr 2015 erhielt Marietta Slomka den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus. Am 6. Juni 2018 hielt die Preisträgerin die Keynote auf den Journalismustagen in Wien.

Die Rede im Volltext:

"Guten Abend,

zunächst darf ich mich für die Einladung bedanken, als deutsche Kollegin hier vor Ihnen zu sprechen, das ehrt mich sehr und ist keine Selbstverständlichkeit. Wie Sie vermutlich wissen, habe ich vor kurzem als Mitglied der Hanns Joachim Friedrichs-Preisjury einen kritischen Brief an Bundeskanzler Kurz mit initiiert und unterzeichnet, und ich weiß, dass das in Österreich nicht überall gut ankam. Nun auch noch die Einladung, heute Abend vor Ihnen die Keynote zu halten. Insofern treibt mich etwas die Sorge, dass mir in meinem nächsten Ski-Urlaub die Marille hingeknallt wird mit der Bemerkung: "Sie schon wieder!

Weiterlesen

28.Februar 2018

Offener Brief an den österreichischen Bundeskanzler

Verein zur Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises fordert Sebastian Kurz auf, die denunziatorischen Machenschaften und Angriffe seines Vizekanzlers Heinz Strache gegen den ORF und den österreichischen HJF-Preisträger Armin Wolf auf die Pressefreiheit zu unterbinden.


An
Herrn Sebastian Kurz
Bundeskanzler der Republik Österreich

Ballhausplatz 2
1010 Wien
Österreich

 

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

mit großer Sorge beobachten wir die Angriffe von Politikern Ihres Koalitions-
partners FPÖ auf unabhängige Journalisten und den öffentlich-rechtlichen
Rundfunk ORF in Ihrem Land. Bestürzt sind wir über das Facebook-Posting
Ihres Vertreters im Amte des Bundeskanzlers, Heinz-Christian Strache, in dem
er den ZiB2-Nachrichtenmoderator und Hanns-Joachim-Friedrichs-Preisträger
Armin Wolf mit Lüge und Propaganda gleichsetzt und hunderte Journalistinnen
und Journalisten des ORF als Propagandisten und Produzenten von Falsch-
meldungen verleumdet.

Weiterlesen...


Vizekanzler und FPÖ Chef Strache entschuldigt sich

https://www.arminwolf.at/2018/03/13/herr-strache-entschuldigt-sich/

WM 2018: Hajo Seppelt, Hanns-Joachim-Friedrichs-Preisträger 2016, wird Einreise nach Russland verweigert:

Presseerklärung durch den Verein des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises

Portrait: ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt
Hajo Seppelt
Foto: WDR/Herby Sachs

Die Jury des Hanns-Joachim-Friedrichs Preises für Fernsehjournalismus protestiert gegen das Einreiseverbot für den Friedrichs-Preisträger Hajo Seppelt. Dem Sportjournalisten und Dopingexperten haben die russischen Behörden das Visum für die Berichterstattung von der Fußball Weltmeisterschaft verweigert.

Für die Jury ist dies ein gravierender Eingriff in die Pressefreiheit. Sie fordert insbesondere den DFB und die FIFA auf, gemäß den Statuten und Verträgen für freie Berichterstattung zu sorgen und eine Rücknahme des Einreiseverbots zu erwirken.

Für Hanns Joachim Friedrichs, von 1973 bis 1981 Sportchef des ZDF, war kritische Sportberichterstattung ein besonderes Anliegen. Er mochte und förderte ein Programm, das, in seinen eigenen Worten, „nicht sportlichen Aktualitäten nachjagt, sondern Probleme aufgreift, die es im Sport schon immer gab, lange vor der ersten Doping-Enthüllung.“

Weiterlesen

Drei Krisenreporter mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2017 ausgezeichnet – Sonderpreis für Isabel Schayani und die Redaktion von „WDRforyou“

Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises 2017 in den WDR-Studios in Köln.
[Foto: Volker Skierka]

Mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2017 wurden die Auslandsreporter Hans-Ulrich Gack (ZDF), Frederik Pleitgen (CNN) und Luc Walpot (ZDF) ausgezeichnet.

Die WDR-Journalistin Isabel Schayani erhielt mit ihrer Redaktion „WDRforyou“ den Sonderpreis (zur Pressemitteilung des Vereins hier klicken).

Die Preisverleihung fang am 12. Oktober 2017 im Rahmen einer Fernsehübertragung in den Studios des WDR in Köln statt. Moderiert wurde die Sendung von Anja Bröker.

Die Laudatio auf die Preisträger und die Preisträgerin hielt Katja Gloger, Vorstandsmitglied bei Reporter ohne Grenzen, Stern-Autorin und ehemalige Auslandschefin des Magazins.

Die Key-Note-Speech mit dem Aufruf "Mut und Haltung zeigen" hielt Kristina Dunz, die als dpa-Korrespondentin im Begleittross von Bundeskanzlerin Angela Merkel im März in Washington den US-Präsidenten wegen der von ihm in Umlauf gebrachten Fake-News in einer Pressekonferenz direkt anging, diesen zunächst sprachlos machte und dafür von US-Medien gelobt wurde (für den Wortlaut bitte hier klicken).

Weiterlesen...

Die Sendung der Preisverleihung vom 12. Oktober 2017 können Sie hier anschauen:

Mit freundlicher Genehmigung des WDR.

Die Sendung der Podiumsdiskussion vom 12. Oktober 2017 können Sie hier anschauen:

Mit freundlicher Genehmigung des WDR.

Hanns-Joachim Friedrichs und Deniz Yücel

Thomas Roth, Claus Richter, Dagmar Reim, Nikolaus Brender, Stephan Lamby und Christoph Fröhder zum Nein der ARD für #FreeDeniz.

Von Ulrike Simon.

Eine verstörende, aber wichtige Debatte sei das, twitterte der Filmemacher Stephan Lamby („Die nervöse Republik) als Reaktion auf #DieMedienkolumne von voriger Woche. Nicht nur ihn verstörte, dass – und vor allem: wie – eine vom NDR initiierte Aktion für den seit Februar in der Türkei inhaftierten Deniz Yücel an ein paar ARD-Granden gescheitert ist. Als Begründung musste Hanns Joachim Friedrichs‘ Zitat herhalten, wonach sich ein Journalist mit nichts gemein zu machen habe, auch nicht mit einer guten Sache.

Zum Blogeintrag von Ulrike Simon

Neues vom Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderpreis

2015 hat Andreas Spinrath das Hanns-Joachim Friedrichs Förderstipendium erhalten, um damit der Frage nachzugehen: Wie bekämpft die Bundesregierung Fluchtursachen? Wo landen deutsche Gelder? In der MONITOR Sendung vom 08.12.2016 sind nun erste konkrete Ergebnisse der Recherche zu sehen. Die Sendung können Sie in der ARD-Mediathek anschauen:

MONITOR vom 08.12.2016

Wir freuen uns, dass diese investigative Recherche mit unserer Unterstützung möglich war.

Hajo Seppelt erhält den Hanns–Joachim-Friedrichspreis 2016 - Sonderpreis für den ORF-Nachrichtenmoderator Armin Wolf.

Porträts: Hajo Seppelt und Armin Wolf
Hajo Seppelt und Armin Wolf.
Foto H. Seppelt: WDR/Herby Sachs

Mit dem Hanns-Joachim-Friedrichspreis 2016 wird der Sportjournalist Hajo Seppelt ausgezeichnet. Den Sonderpreis erhält der ORF-Journalist und Nachrichtenmoderator Armin Wolf.

Die Verleihung des Preises fand am 19. Oktober 2016 beim NDR in Hamburg statt.

Weiterlesen ...

 

Die Sendung der Preisverleihung vom 19. Oktober 2016  können Sie hier anschauen:

Mit freundlicher Genehmigung des NDR.

 

Die Aufzeichnung der Podiumsdiskussion können Sie hier anschauen:

Mit freundlicher Genehmigung des NDR.

Gabor Steingart: Der Populist geht um

Gabor Steingart
Gabor Steingart
[Bild: NDR/Axel Herzig]

Rede von Gabor Steingart, Mitglied der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handesblatt, anlässlich der Preisverleihung im NDR Studio Hamburg am 19. Oktober 2016:

"Der Populist geht um. Plötzlich kommt er von überall her, von links und rechts, und aus der Mitte. Seine Botschaften klingen schroff, und - gemessen an den Ritualen der bisherigen Parteipolitik - politisch unkorrekt. Die Populisten sind deutlich, klar, eingängig, zuweilen verzerrt, schrill, polternd, auch verletzend. Der Populist spricht erkennbar nicht zu den Eliten, nicht fürs Präsidium einer Partei. Seine Zielgruppe No. 1 ist das Volk, ist die Masse derer, die unzufrieden sind mit dem was ist und dem politischen Prozess, der dorthin geführt hat. [...]"

Weiterlesen...

Ehrenmitgliedschaft für Wiel Verlinden

Porträt: Wiel Verlinden
Wiel Verlinden
Foto: Volker Skierka

Auf der Mitgliederversammlung 2016 im März in Berlin wurde dem langjährigen WDR-Fernsehredakteur Wiel Verlinden einstimmig die Ehrenmitgliedschaft im Verein verliehen. Wiel Verlinden hat mit seinem begeisterten und begeisterndem Engagement seit Bestehen des Vereins für große Fernsehauftritte der Preisverleihung gesorgt. Durch seine unerschütterliche Ruhe und durch seine Überzeugungsarbeit ist der Preis beim WDR und NDR fest verankert. Der Verein fühlt sich dadurch nicht nur sehr geehrt, sondern zu großem Dank verpflichtet.

Mehr zu Wiel Verlinden

20 Jahre Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis

Preisverleihung 2015 und Podiumsdiskussion zum Thema „Wer braucht noch Journalisten? Und welche?“

Der Publizist und Blogger Sascha Lobo hielt bei der Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises 2015 an die ZDF-Journalistin und heute-Journal-Moderatorin Marietta Slomka (Hauptpreis) und den britischen Bürger-Journalisten Eliot Higgins und sein Team vom Recherchenetzwerk Bellingcat (Sonderpreis) am 28. Oktober im Klaus-von-Bismarck-Saal des WDR-Funkhauses in Köln die Laudatio auf die Preisträger (für den Wortlaut bitte hier klicken). Fritz Pleitgen, der ehemalige WDR-Intendant, erinnerte anläßlich des 20jährigen Jubiläums des Preises als eines der Gründungsmitglieder in einer Rede an den Namensgeber und die Geschichte des Vereins zur Verleihung des Preises (für den Wortlaut bitte hier klicken). Durch die Sendung führte Tagesthemen-Moderator Thomas Roth. Er war 1995 der erste, noch von Hanns-Joachim-Friedrichs persönlich vorgeschlagene Preisträger. Im Rahmen der diesjährigen Preisverleihung wurde auch erstmals ein mit 5.000,00 € dotiertes Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderstipendium an einen TV-Nachwuchsjournalisten vergeben. Andreas Spinrath vom WDR.

Im Rahmen der Preisverleihung fand zudem eine von der WDR-Chefredakteurin Sonja Seymour Mikich moderierte Podiumsdiskussion zu dem Thema „Wer braucht noch Journalisten? Und welche?“ statt. Teilnehmer waren Marietta Slomka, Eliot Higgins, Sascha Lobo, Elisa Simantke (Netzspezialistin des Tagesspiegel) und Demian von Osten (Fernsehreporter und Netzspezialist).

 

Vor dem Hintergrund der Kritik aus dem ARD-Programmbeirat an der Fernsehberichterstattung der ARD fand am 22. Oktober 2014 im Vorfeld der diesjährigen Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrich-Preises u.a. an die Russlandkorrespondentin der ARD Golineh Atai beim NDR in Hamburg eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema statt.
Es diskutierten:

Golineh Atai, ARD Korrespondentin | Dr. Peter Frey, Chefredakteur ZDF | Sonia Seymour Mikich, Chefredakteurin WDR | Christian Neef, Korrespondent Der Spiegel | Dr. Paul Siebertz, Vorsitzender des ARD Programmbeirats | Simon Weiß, Universität Heidelberg moderiert von Inka Schneider.

Die Diskussion wurde von Phönix aufgezeichnet und zeitversetzt ausgestrahlt.